Hamburg – Stadt meines Herzens

Während in Salzburg das Wetter am vergangenen Wochenende trüb, kalt und verregnet war, haben Babsi und ich eine unserer gemeinsamen Lieblingsstädte genossen. Ursprünglich war die Reise zu viert geplant: Babsi, ich, Babsis Schwester Moni und deren Freundin Marlene. Marlene wurde aber leider einen Tag vor Abflug ins Krankenhaus überwiesen wegen eines vereiterten Zahns. Ironie des Schicksals: Ich war auch heftig angeschlagen, weil ich mir vergangenen Montag einen Zahn ziehen lassen musste. Aber wenigstens konnte ich mit, während die arme Marlene das Wochenende im Krankenhaus verbracht hat.

Am Freitag abend war ich noch in Salzburg im Rockhouse um mir „Fil Bo Riva“ anzusehen. Ja, meine Erwartungen wurden mehr als erfüllt! Super sympathisch, melancholisch, voller Sehnsucht und Gefühl – und dazwischen immer wieder wunderbar tanzbar. Falls ihr den jungen Herrn also irgendwo mal live sehen könnt: TUT ES!!!

Samstag früh ging es dann zu dritt Richtung München – dank des gesperrten Salzburger Airports. Nach einem holprigen Flug empfing uns Hamburg bei strahlendem Sonnenschein. Check-in im Hostel auf Schanze (ich liebe liebe liebe es!) und gleich eine Rüge: Jaja, in Zukunft ruf ich direkt im Hostel an und frage nach ob 3 Nächte wirklich die Mindestbuchungsdauer sind… Ich hab nämlich einfach gebucht ohne das zu hinterfragen.
Dann sind wir losgelaufen Richtung Spielbudenplatz – Ziel war das dortige Food Truck Festival. Hamburgs Flair hat mich sofort wieder ergriffen. Mittlerweile (es war mein 7. HH-Besuch) kenn ich die Gegend, vieles wirkt vertraut. Und doch entdecke ich immer wieder Neues, Spannendes, Dinge die mich begeistern.

Das Food Truck Festival war genau richtig: Große Auswahl, eher kleine Portionen und nicht zu viele Menschen (Dank geht raus an den Hafengeburtstag). Wir haben uns einmal quer durchgefuttert und dann haben sich unsere Wege – sehr zufrieden – erstmal getrennt. Moni hat ein bisschen allein die Reeperbahn erkundet und Babs und ich waren im Mojo Club beim Konzert von „Mine“.
Fasziniert hat mich Mine schon länger – spätestens seit ihrer Single „Klebstoff“ wollte ich sie unbedingt live sehen. Mit vielen ihrer anderen Songs hab ich mir bisher schwer getan… Kein Mainstream, keine vorgekauten Texte, oft etwas sperrige Melodien. Aber es hat mich trotzdem sehr angezogen. München war schneller ausverkauft als ich mir eine Karte kaufen konnte, somit war das mit Hamburg ein absoluter Glückstreffer.
Und ja, das Konzert war Wahnsinn! Was für eine starke, charismatische und doch weiche und emotionale Frau. Die Worte die sie zwischen den Songs ans Publikum gerichtet hat, waren voller ehrlicher Begeisterung und ihr Spaß am performen hat jeden im Raum mitgerissen. Auch die Songs, mit denen ich mir im Vorfeld schwer getan hatte, waren live richtig richtig toll. Sehr sehr schade, dass wir das Konzert früher verlassen mussten, weil wir das große Feuerwerk an den Landungsbrücken unbedingt sehen wollten. Mine, auch du stehst auf meiner „to-see-Liste“!! Und ich bin sicher, das wird was ganz Großes.

Ach bevor ichs vergess: Hamburg ist voller Fotoautomaten. Ich weiß nicht genau warum es genau hier offenbar der totale Trend ist, Babsi und ich haben den im Mojo-Club jedenfalls genutzt:

Das Feuerwerk war beeindruckend. Direkt hinter der AIDA, die Landungsbrücken voller Menschen. Also nicht unbedingt entspannt, aber wie gesagt: beeindruckend.
Danach Zusammenbruch der Öffis – wir sind daher zu Fuß zurück Richtung Heiligengeistfeld. Dort – genauer gesagt im Knust – war nämlich Kopfhörerparty angesagt. Babsi und ich waren dort letztes Jahr im Juni schon mal und hatten immens viel Spaß. Dieses Jahr waren die Voraussetzungen nicht ganz so perfekt: Babsi und Moni waren ziemlich platt und nicht ganz so motiviert wie ich. Auch einige Pfeffis (um 1,50 EUR!!!) konnten das nicht ganz ausgleichen. Spaß hatten wir trotzdem! Das Konzept finde ich so derart genial, dass ich nicht verstehe, warum sowas bei uns nicht viel häufiger stattfindet. Wo bitte kann man als Gruppe mit unterschiedlichen Musikgeschmäckern so toll zusammen feiern?
Gegen 2 hab ich mich zum heimgehen überreden lassen. Im Hostel die Erkenntnis: Unser Zimmer liegt direkt über einem Club. An einem Samstagabend. Es ist keine Übertreibung wenn ich sage, der Boden hat vibriert… Trotzdem haben wir alle drei erstaunlich gut geschlafen und sind am nächsten Tag auch noch lang in unseren Betten geblieben.

Sonntag früh wollten wir schön brunchen gehen. Gelandet sind wir auf Schanze in einem augenscheinlich wirklich netten Café. Auch das Essen auf den anderen Tellern sah toll aus. Aber wir waren hungrig und der Service nur mit einem Wort zu beschreiben: schlecht. Nach 1:20 Stunde – in der wir noch nicht mal Getränke bekommen hatten, obwohl das Lokal nicht einmal halb voll war – sind wir geflohen und haben im nahen Crêpe-Laden den größten Hunger gestillt. Danach haben wir uns ins Getümmel des Hafengeburtstags gestürzt. Den ganzen Nachmittag haben wir damit verbracht alle Stände abzulaufen, uns unnützen Süßkram zu kaufen, die Sonne zu genießen und zu quatschen. Es war herrlich entspannt und schließlich hat mir Hamburg noch bewiesen, dass man etwas Tolles noch toller machen kann: frittierte Milchschnitte! Ja, es ist süß und fettig. Aber es ist auch unglaublich lecker….

Absolut fasziniert hat mich der Bereich um die Hafenstraße. Gefühlt jeder Anwohner hatte dort ein Pavillon aufgestellt und privat Getränke für lau verkauft. Teilweise noch einen Grill daneben oder gleich ein DJ-Pult. Absolute Anarchie und trotzdem absolut friedlich und gechillt. Ich kanns nicht genau erklären, aber GENAU DA fühl ich mich am wohlsten. Dort, am Schulterblatt und auf St. Pauli. Die Stimmung, die Menschen, das packt mich jedes Mal. Und es beeindruckt mich, dass man sich dort so sehr traut, politisch zu sein (und zwar nicht rechts!!!). Ja, ich bewundere die Stadt und ihre Menschen.
Am Abend stand noch ein Konzerthighlight an: Kettcar auf der Jolly Roger Bühne. Ich liebe Kettcar. Ja, ich liebe sie. Manche Lieder kenne ich seit vielen Jahren und spiel sie immer noch wenn ich in einer besonderen Stimmung bin (Nacht, 48 Stunden, Graceland,…). Viele ihrer Texte möchte ich mir auf Plakate drucken und an meine Wände hängen. So viel Wahrheit, so viel Leben steckt in diesen Texten. Genau so war auch das Konzert. Es ist einfach was anderes wenn eine Band in ihrer Heimatstadt spielt. Alles hat mit gegröhlt. Man kannte jedes Lied. Jeder hatte seine eigenen Erinnerungen die er mit der Musik verbunden hat. Alle waren sich einig bei „Sommer 89“ und „Der Tag wird kommen“. Ich hatte Gänsehaut, ich hab getanzt, gesungen, geschrien – alles was ein Konzert ausmacht. Danach sind wir noch Richtung Reeperbahn auf der Suche nach was zu essen. Auf dem Weg kam uns ein irischer Straßenmusiker unter – in den ich mich ein klein wenig verliebt hab… Wir standen also da, alle drei, und haben seinen traurig-schönen Songs gelauscht, verfroren und hungrig. Aber man muss Prioritäten setzen. Am Ende hab ich ihm nicht nur ein bisschen Geld da gelassen, sondern auch die Rose, die ich am Nachmittag an einem der Stände geschossen hatte. Genau da hat diese Rose auch hingehört.

Montag. Letzter Tag. Moni hatte an diesem Morgen ein Vorstellungsgespräch (Daumen drücken!!), Babs und ich sind ins Café Klatsch zum frühstücken. Ich kenne das Klatsch schon von einem meiner ersten Hamburg-Besuche und ja, auch das LIEBE ich. Vielleicht kommt es euch komisch vor, dass ich immer von Liebe spreche, aber hey – das ist es wie es sich anfühlt!! Keine Scheu vor Emotionen 😉
Wir hatten jedenfalls das beste und ausschweifendste Frühstück seit Ewigkeiten und haben einfach nur mit allen Sinnen genossen: das wunderbare Essen, die Einrichtung, die Musik, die ins Holz geritzten Worte auf dem Tisch, die herzliche Bedienung… Es waren nicht nur gefühlt Stunden, die wir hier verbracht haben!


Weil das Wetter quasi noch schöner war als an den vorherigen Tagen, haben wir dann noch eine Hafenrundfahrt gemacht. Für mich bereits die 3. und ich glaub das reicht dann jetzt auch, haha. Aber die Sonne an Deck und den herrlichen Ausblick auf die Stadt hab ich sehr genossen.
Babs und Moni wollten danach die Cap San Diego besichtigen. Mir war mehr nach ausruhen, also bin ich ins Strand Pauli, hab mir einen Cocktail geholt und mich in die Sonne gefläzt. Nein, sehr viel schöner hätt ich mir den Nachmittag nicht erdenken können.

Zum Abschluss waren wir nochmal am Schulterblatt beim Pakistaner essen, haben unser Zeug aus dem Hostel geholt und Hamburg wieder verlassen. Ankunft zu Hause war gegen 1:00 Uhr – aufgestanden bin ich um 5:15 Uhr. Fragt mich also besser nicht wie meine Woche war…
Aber die Erinnerung an das schöne Wochenende bleibt! Genau so wie jedes mal ein kleines Stück meines Herzens in Hamburg bleibt, wenn ich wieder abreise.

PS: Ich kann sagen, ich hab in Hamburg jetzt alles gesehen was ich sehen wollte, mit einer Ausnahme: Nächstes Mal besuch ich ein Spiel des FC St. Pauli!

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