Novigrad – Kroatien

Strategisch gut geplant, das verlängerte Wochenende am Meer. Zwischen Pfingsten und Fronleichnam nämlich, an einem Wochenende, das für alle anderen kein langes ist, hab ich mir den Freitag frei genommen und drei Tage an einem „meiner“ Orte verbracht.

Novigrad ist eine kleine Stadt im Norden Kroatiens. Vor einem Jahr bin ich hier zufällig gelandet, schwer gezeichnet von Liebeskummer, und hatte sofort ein tolles Gefühl. Wobei ich nicht direkt in Novigrad genächtigt habe, sondern außerhalb. Genauer gesagt in einer Jugendherberge mit viel Ostblock-Charme der 70er. Dafür aber auch direkt am Meer, nicht überlaufen und mit viel Ruhe. Die Zimmer sind sauber und zweckmäßig, werden aber ohnehin nur zum schlafen aufgesucht. Nach wenigen Schritten durchgquert man einen wunderbar duftenden Pinienwald, in dem man in einer Hängematte schaukelnd den Blick aufs Meer genießen kann. Eine kleine Böschung hinab und man steht direkt am Wasser. Der Strand ist aus Steinplatten, ein Stück weiter gibt es auch groben Kies. Mir macht das nichts – ich würde die Ruhe hier nur ungern gegen überlaufenen Sand tauschen. Mit einer dicken Isomatte ist alles gut – sogar natürlichen Schatten gibt es mehr als genug.

Das Wasser ist bereits jetzt warm, die Wellen niedrig bis kaum vorhanden und es geht recht weit flach hinein. Alles lädt dazu ein sich von den Wellen schaukeln zu lassen, lange im Wasser zu bleiben, zu schwimmen – es gibt kaum einen Grund, das Wasser zu verlassen.

Genau das habe ich auch getan. Nach der Ankunft Freitag mittag gab es einen herrlichen mitgebrachten Brunch. Danach ein Schläfchen am Strand (die Nacht war kurz, bereits um 6 war ich im Auto) und plantschen, lesen und genießen.
Abends bin ich mit dem Touristenzug, der mehrere Campingplätze verbindet und ins Zentrum fährt, in die Stadt gefahren um dort zu essen, durch die Straßen zu flanieren und die laue Sommernacht zu spüren.
Ich bin kein großer Fan der brüllenden Sommerhitze an Nachmittagen. Aber die warme, weiche Luft in der Nacht, der von der Sonne aufgeheizte Boden und das Zirpen der Grillen – zusammen mit dem Rauschen des Meeres und dem Sternenhimmel über mir – das löst immer wieder so vieles in mir aus und berührt mich so sehr.

Nirgends wird mein Geist so ruhig, mein Herz so erfüllt und lässt mein Körper so los wie am Meer. Meine Gedanken finden mich und ich spüre mich ganz und gar.

Genau so unspektakulär und schön ging es Samstag weiter. Frühstück beim Camping-Cafe an der Kreuzung. Viele viele schöne Gespräche, durchs Wasser tollen wie Kinder, und den Ort auf alle Sinne wirken lassen.
Viele reden von „abschalten“ wenn sie wegfahren. Hier muss ich nicht abschalten, hier werde ich abgeschaltet. Ich muss nichts tun, es passiert einfach mit mir und ich lass es zu.
Abends dieses mal eine Pizza in der nahe gelegenen Pizzeria – wieder mit Blick aufs Meer. Weder die Pizza, noch das Hostel, der Strand oder der Ort sind irgendetwas spektakulär Außergewöhnliches. Alles ist einfach, aber in dieser Einfachheit schön. Und es verlangt nichts, es reicht, zu sein.

Nach dem auschecken am Sonntag um 9:30 war noch einmal Zeit fürs Meer. Auch die Heimreise war angenehm unspannend. Und wie genieße ich es, nicht selbst fahren zu müssen!
Pinesta, Novigrad bleibt auch dies Mal ein besonderer Ort für mich. Ich freu mich jetzt schon auf meine Rückkehr hier hin.

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