London & Brighton – British Summer Time Festival

Auch wenn gefühlt mein Leben immer noch sehr mit Aktivitäten ausgefüllt ist, war ich doch in den letzten Wochen ganz offensichtlich weder auf Reisen noch auf Konzerten – sonst gäbe es ja hier einen Blog Beitrag 😉

Aber – jetzt war es mal wieder soweit! „Konzertreise“ mit meiner besten Freundin nach London.
Zuerst eine Notiz an mich selbst: Diese „Sparefroh-Reisen“ sind auf Dauer einfach nix!!! Die Euphorie über günstige Flüge hält nämlich auch nur maximal so lang, bis einem bewusst wird, dass man aufgrund einer minimalen Flugverspätung nur 4 Stunden Schlaf bekommen wird. Denn Urlaubstage müssen wir ja auch sparen… Ich schreibe diesen Beitrag also sehr müde, rückblickend aber auch sehr dankbar.

Die Anreise war noch easy und entspannt. Freitag mittag mit dem Auto direkt von der Arbeit los, in Hütteldorf geparkt und mit den Öffis zum Flughafen. Flug leicht verspätet, trotzdem waren wir gegen 23 Uhr in unserem Air Bnb nahe King’s Cross. So spät deshalb weil – Sparefroh lässt grüßen! – wir mit dem Bus in die Stadt gefahren sind. Dafür gab es unterwegs schöne Ausblicke auf die Canals und auf die Stadt, inklusive Sonnenuntergang. Das Air Bnb war in gewohntem Standard: ein Bett mit ca. 1,40m und nur eine Decke. Aber da wir uns mögen, Babsi und ich, war das kein Problem. Fenster zum Innenhof und Fön im Badezimmer möchte ich mal positiv hervorheben. Fehlendes Licht in der Küche eher negativ – aber wer kocht schon im Urlaub?! Am ersten Abend sind wir nur noch ins Bett gefallen und haben erstmal ausgeschlafen.

Plan für Tag 1 war dann der Camden Market zum gucken und schlemmen. Gut 10 Minuten zu Fuß entfernt und aufgrund der frühen Uhrzeit (10 Uhr) auch noch ohne große Touristenmassen. Wir haben also erstmal gegessen – indisch, Süßkartoffelpommes und Churros (mit Glitzer drauf!!!).

Dann sind wir durch den Markt spaziert und haben uns umgesehen. „Leider“ gab es irgendwie viel zu viel, das uns gefallen hat. Ich bin überhaupt kein Shopping-Typ, im Gegenteil, ich finde Klamotten kaufen zum Beispiel wirklich nervig. Aber die Art vieler Dinge dort hat mich einfach echt angesprochen. Somit hab ich dann zwei Röcke, eine Geldbörse und ein bisschen Kunst mit genommen. Meine beste Freundin ebenfalls eine Geldbörse, eine Platte und auch ein bisschen Kunst. Ursprünglich wollten wir dann eine kleine Bootsfahrt machen, das haben wir aber verpasst. Also sind wir zurück spaziert und haben uns nochmal ein bisschen hingelegt (man wird ja auch nicht jünger…).

Später am Nachmittag sind wir zum Hyde Park gefahren. British Summer Time – ein Festival mitten in London. Das Wetter war perfektes Festivalwetter! Trocken, teilweise sonnig, aber nicht zu heiß. Die Stimmung war sofort super, genau wie es sein soll. Wir haben also erstmal was gegessen (habe ich mal erwähnt, dass uns diese Leidenschaft unter Anderem verbindet? ;-)) und dann Lykke Li gesehen. Tolles Konzert, tolle Frau! Teilweise ziemlich melancholisch aber dafür mit viel Gefühl. Außerdem unheimlich sympathisch und mit einer genialen Energie.

Zweite Band für uns waren The National. Nochmal ein gutes Stück mehr Melancholie, dafür war die Stimmung im Publikum nochmal um einiges besser. Ich bin jetzt kein großer The National Fan, hab sie auch schon live gesehen (und keine besonders guten Erinnerungen an diesen Tag), aber manche Songs sind schon ganz schön mitreißend.
Mein meistgeliebtes und meistgehasstes Lied wurde auch gespielt: I need my girl. Jetzt mal ehrlich, gibts einen traurigeren, schöneren Song als diesen??? Oder ist das nur meine eigene emotionale Verbundenheit damit, weil ich damit so fürchterliche Traurigkeit und Verletztheit verbinde? Ich war jedenfalls den Tränen nahe und froh, meine Beste neben mir zu haben, die mich im Arm gehalten hat.

Während wir bei The National gemütlich auf unserer Decke gesessen beziehungsweise gelegen sind, sind wir danach erstmal aufgestanden und haben uns strategisch besser positioniert. Ärgerlich war, dass es für front of stage eigene Tickets gab, die wir natürlich nicht hatten! Somit blieben uns nur Plätze relativ weit hinten, auch wenn dort dank der vielen großen Leinwände und der vielen Lautsprecher trotzdem eigentlich alles okay war. Aber, es ist halt Florence + the machine und eigentlich möchte ich da immer am liebsten ganz nah dran sein um möglichst viel zu sehen, zu hören und vor allem zu fühlen. Wie auch immer – dies mal eben nicht!

Pünktlich um 20:30 hat also eine der meiner Meinung nach besten Bands der Welt begonnen zu spielen. Die riesige Leinwand war wirklich genial, noch genialer die Show die darauf lief. Alte Musikvideos gemischt mit anderen Aufnahmen. Alles perfekt stimmig mit dem Sound und dem was auf der Bühne passiert ist. Ich hab Florence Welsh noch bei keinem ihrer Konzerte so viel lächeln und lachen sehen wie an diesem Abend. Und es beeindruckt und begeistert und berührt mich jedes mal wieder, wie schön diese Frau ist, wenn sie lacht. Wie leidenschaftlich, gefühlvoll und energiegeladen sie singt und tanzt.

Ich bin immer noch heiser vom vielen singen und schreien, die Füße tun noch weh vom tanzen und springen. Ich bin immer noch verzaubert und gestärkt von diesem Abend und diesem Konzert. Die Setlist war gut gemischt mit allem was die 10 Jahre Bandgeschichte hergeben, die Stimmung war fantastisch und ich – wie immer – ziemlich verliebt.
Trotz der Menschenmassen, die nach dem Festival alle auf einmal weg wollten, waren wir erstaunlich schnell mit der Underground wieder im Zimmer und haben gut – aber eher kurz – geschlafen.

Sonntag früh gings dann nämlich mit dem Zug nach Brighton. Wir sind beide unglaublich gern am Meer und so war das irgendwie nahe liegend. Das Wetter in London war eh bescheiden. Also haben wir – vor dem großen Touristenansturm – in einem sehr netten Café direkt am Strand gefrühstückt und uns danach erstmal nochmal ein bisschen hingelegt.

Meeresrauschen im Ohr, Sonne auf der Haut, Salzgeruch in der Nase… Wäre da nicht die Lust auf Zuckerwatte gewesen, wären wir wahrscheinlich liegen geblieben 😉

So sind wir aber dann noch die paar Meter bis zum Pier gelaufen. Zuckerwatte, Autodrom fahren und im Liegestuhl aufs Meer schauen waren dann der sehr entspannte Abschluss dieses Tages.

Am Nachmittag waren wir dann schon wieder auf dem Heimweg. Alles unkompliziert – bis auf eine weitere Flugverspätung. Und die hatte dann größere Auswirkungen, denn so spät (23:30 Uhr) fahren auch in Wien die Öffis nicht mehr ganz so häufig. Die beste aller Freundinnen ist dann noch die gesamte Strecke bis nach Hause mit dem Auto gefahren und um 4:15 Uhr bin ich ins Bett gefallen… um heute um 8:00 Uhr wieder aufzustehen.

Wie gesagt: Diese Sparefroh-Reisen sind auf Dauer echt keine Option 🙂
Zusammenfassend war das Wochenende aber bis auf den wenigen Schlaf wunderschön. Wir hatten endlich mal wieder Zeit für uns, abseits von Alltagsscheiß und -stress. Die Konzerte waren wunderbar und zauberhaft und wirklich den „Aufwand“ wert.
Emotional wars gar nicht so einfach. Ein Teil meiner Vergangenheit war quasi ebenfalls in der Stadt und das hat mich mehr mitgenommen als erwartet. Wehmut und alter Schmerz haben sich wieder mal blicken lassen. Und lassen mich wieder einmal fragen: Was heißt eigentlich mit etwas abschließen? Müssten einem nach Monaten gewisse Geschehnisse und Menschen nicht egal sein? Oder ist das alles gar nicht so wichtig wie ich es empfinde und völlig normal?
Ich find es ja prinzipiell ganz wunderbar, dass ich so intensiv fühle – aber ich geb zu, die Tatsache, dass ich manchmal wirklich sehr leicht von irgendwas getriggert werde, strengt mich auch an. Übermorgen fahr ich – allein – für ein paar Tage in die Schweiz und ich freu mich RIESIG auf diese Zeit für mich um Gefühle und Gedanken wieder in Ruhe sortieren und mich wieder auf mich konzentrieren zu können.

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