Sziget 2019 – Budapest

Leicht verspätet hier mein Bericht vom Sziget Festival in Budapest:

2016 war ich das erste mal am Sziget, damals allein mit meinem VW T3 bzw. zum Teil mit meiner Schwester Sarah. Ich war damals schon total begeistert von der Deko, der Stimmung, der Organisation – eigentlich von allem.

Nach der Bekanntgabe des diesjährigen Line-ups war für mich klar: ich muss da hin! Foo Fighters, Florence + the machine, Chvrches, The National und andere große Namen – und das alles DORT. Glücklicherweise hab ich die allerbeste Familie und die allerbeste Freundin, so dass ich nicht allein gefahren bin. Babsi wollte – obwohl noch nie zuvor auf einem Festival – gleich für alle 7 Tage hin. Zugegeben etwas skeptisch hab ich zugestimmt und noch meine Mama und Sarah überredet für 3 Tage mit zu kommen. Nachdem ich nun seit kurzem ja wieder einen wunderbaren Mann an meiner Seite hab, hab ich den auch gleich noch überzeugt Mama und Sarah quasi abzulösen und die restlichen 4 Tage mit uns dort zu sein. Alles hat so leicht funktioniert und so ineinander gegriffen – ich denk es hat so sein sollen.

Da wir alle keine 17 mehr sind und Bequemlichkeit schätzen, haben wir uns ein sogenanntes Bellepod gemietet. Eine Art Tipi mit 4 Feldbetten, wasserdicht und groß genug für ein Mindestmaß an Komfort. Außerdem kein Stress mit Zeltplatz suchen und selbiges aufbauen und schleppen. Wir vier Mädels (ich, Babsi, Sarah und Mama) sind also mit meinem Auto am ersten Tag nach Budapest gefahren. Die Anreise hat sich durchaus gezogen, aber wie schön wars dann unser Bellepod zu beziehen, das Sonnensegel (thank god dass ich das mit hatte!!) aufzubauen und dann erstmal gemütlich herum zu sitzen und anzukommen.

Das Wetter war bis auf 2 Tage top – eher zu heiß. Der Montag war sogar fürchterlich heiß, ich geb zu ich bin kein Fan von solcher Hitze. Aber wir haben kein bisschen Regen abbekommen und das will bei einer vollen Woche schon was heißen!!

Alles was ich schon kannte war wieder wunderwunderschön: die bunte Deko, das leckere und unglaublich vielfältige Essen, die riesige Auswahl an Attraktionen, die Organisation und das bargeldlose Zahlen, die Akustik und die Leinwände der Bühnen, die entspannte Atmosphäre, die Sauberkeit.

Meine Highlights abseits der Konzerte waren dies mal zum einen definitiv der Zirkus. Spontan und ohne große Erwartungen sind wir an einem Abend dort gelandet und waren beeindruckt und begeistert! Die Show war eine mitreißende Mischung aus Akrobatik und Kunst, ich kam aus dem mitfiebern gar nicht mehr raus.
Außerdem gab es eine Travellers fun fair, die so liebevoll und authentisch gestaltet war, dass ich dort am liebsten Stunden verbracht hätte.

„Nebenbei“ hab ich dort auch noch geheiratet 😀 Die Zeremonie war zwar sehr kurz und höchst unromantisch, aber es war witzig und schön und hey, nichts gibt scheinbar so viele Likes wie eine Hochzeitsankündigung!


Und auch der Sziget Beach ist eine Erwähnung wert. Ist man früh genug dort (ab dem nachmittag bevölkern trinkfeste Engländer den Bereich), kann man sehr gemütlich im Wasser chillen und dabei Getränke schlürfen.

Die Konzerte haben meine (hohen) Erwartungen zum größten Teil erfüllt oder übertroffen. Wirklich enttäuscht haben mich nur Wanda angesichts des arroganten und unsympathischen Verhaltens des Sängers. Mein Überraschungs-Highlight waren Yungblud, die mich so richtig zum tanzen und springen gebracht haben.

Florence, Foo Fighters, Chvrches waren genial, zauberhaft, zum lieb haben, mitreißend und haben so richtig Spaß gemacht. Martin Garrix hat mir auch eher unerwartet zwei Stunden barfuß tanzen beschert – während meine Festivalkollegen allerdings die Flucht ergriffen haben, hehe. Ed Sheeran hat mich nicht so begeistert, lag aber vielleicht auch an dem leichten Beigeschmack des wahnsinnigen Gedränges vor dem Konzert. Ohne Sicherheitsmaßnahmen oder Securities war das eine wirklich unschöne Situation, die uns Zeit und Nerven gekostet hat und bei der ich tatsächlich Angst hatte dass uns etwas passiert. Sehr begeistert haben mich auch die starken weiblichen Musikerinnen, wie Tove Lo und Jain. Schön dass dafür gefühlt immer mehr Platz ist im Line-up.

Ich geb zu, ich hatte gehörigen Respekt vor den 7 Tagen Festival. Ich kann mich schließlich lebhaft an meine Zustände nach 3 Tägigen Festivals erinnern 😉

Aber dank meiner wirklich wirklich wunderbaren Festivalbuddies, meiner Hängematte und der Tatsache dass das Sziget eben ist wie es ist, war ich am Ende zwar müde und erschöpft, aber trotzdem sicher, dass ich wieder komme.

Unterm Strich hat diese Woche einiges bewiesen:
– Mit 67 (Mama) ist man nicht zu alt für Festivals – und mit 35 (ich) schon gar nicht!
– Wenn man gut auf sich achtet und dem Alkohol nicht so zuspricht sind Festivals gar nicht so anstrengend.
– Gute Freunde und Familie sind durch nichts zu ersetzen.
– Man sollte die Dinge TUN. Wartet nicht auf eine bessere Gelegenheit, schnappt eure Liebsten und fahrt los. Es klingt so abgedroschen, aber wir wissen alle nicht, wieviel Zeit wir noch haben so zusammen.

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